Warum brauchen wir ein Medinetz

Warum brauchen wir ein Medinetz?

In Deutschland leben etwa 500.000 bis 1 Million Menschen ohne gültige Papiere. Einige sind im Asylverfahren abgelehnt worden und dann untergetaucht, andere sind auf der Suche nach einem menschenwürdigerem Leben, andere haben Bekanntennetzwerke in Deutschland und wollen ein paar Jahre für die Ausbildung ihrer Kinder im Heimatland arbeiten. Sie leben in ständiger Gefahr entdeckt zu werden. Dies zwingt sie versteckt zu leben und zu arbeiten, ihre Kinder besuchen oft nicht die Schule. Jeder Schritt vor die Haustür ist mit der Angst verbunden abgeschoben zu werden. Der Kontakt mit einer öffentlichen Stelle bedeutet eine potentielle Übermittlung an die Ausländerbehörde und damit eine Abschiebung. Selbst ein Arztbesuch ist ein Risiko. Meistens gehen Menschen ohne Papiere nur im äußersten Notfall und demnach zu einem Zeitpunkt bei dem ihre Krankheiten weit fortgeschritten sind, zum Arzt. Meist ist die Behandlung kostspieliger als Behandlungen zu einem früheren Zeitpunkt der Erkrankung. Besonders Schwangere und Gebärende sind gefährdet, weil sie die Vorsorgeuntersuchungen nicht wahrnehmen.

ÄrztInnen sind zwar verpflichtet auch Menschen ohne Papiere zu behandeln; um nach dem Asylbewerberleistungsgesetz die Kosten für die Behandlung erstattet zu bekommen müssen die ÄrztInnen die Kranken jedoch an das Sozialamt melden. Dieses benachrichtigt bei fehlender Aufenthaltsberechtigung die Ausländerbehörde. Der oder die Betroffene wird in der Regel in das ,Heimatlandʻ abgeschoben. Hinter einem medizinischen Netzwerk steht auch die Idee, ,Sans Papiersʻ zu signalisieren, dass sie in Deutschland von der Bevölkerung – trotz repressiver Gesetzgebung - willkommen geheißen werden. Mittlerweile tun dies Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Freiburg, Gießen, Göttingen, Halle, Hamburg, Hannover, Heidelberg-Mannheim, Mainz, Marburg, München, Köln, Nürnberg, Oldenburg, Stuttgart, Karlsruhe, Wiesbaden

Comments

  • Kesego  On 29. Mai 2012 at 16:10

    Langsam lichtet sich der Nebel:Reinach bhrecitet 2008, dass die Ple4tze im Asylbewerberheim ffcr Arlesheim ev. nicht le4ngerfristig zur Verffcgung stehen.Die Nachricht geht an die Sozialhilfebehf6rde Arlesheim. Diese erkennt messerscharf, dass die Unterbringung von Asylbewerbern, sei es in Wohnungen im Dorf oder in einem Wohnheim, mehr Arbeit ffcr die Sozialhilfe nach sich ziehen kf6nnte: es kf6nnten Antre4ge auf Sozialhilfe zu bearbeiten sein, Menschen we4hrend der Zeit zu betreuen sein, Kinder zu betreuen sein, ja ganze Familien: das kf6nnte in Arbeit ausarten. Die Kinder mfcssten gar in unsere Schule integriert werden.Der Geistesblitz: Bewerbung ffcr das kantonale Durchgangszentrum. Das heisst: keine Asylbewerber betreuen, keine fremden Kinder in der Schule im schf6nen Arlesheim. Und vorallem keine Mehrarbeit ffcr die Sozialhilfebehf6rde, die vermieden werden kann.Der Gemeinderat findet das nicht nur win-win, sondern sogar win-win-win.Nur: wie sagen wir’s der Bevf6lkerung? Verkauft wird uns das Durchgangszentrum dann unter anderem als humanite4rer, sozialer und solidarischer Akt.So erkle4rt sich auch, dass gewisse Mitglieder der Sozialhilfebehf6re, die bis anhin nicht als Gutmenschen bekannt waren, das Verkaufsargument der Humanite4t und Solidarite4t in diesem Blog bemfchten.Nun mache ich Platz ffcr Herrn Keller, damit er auch diesen Text als gehe4ssig, zynisch und respektlos beflaggen kann. Nur zu!

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