Aktuelles

8.12.2010

Primary Health Care – Was ist das?

Vortrag im Rahmen der GandHi-Unitour

Was ist eigentlich Gesundheit? Gehört mehr dazu als Medikamente?
Und wie ist das mit Healthcare unlimited in Deutschland?
Welchen Zugang zum Gesundheitssystem haben MigrantInnen?

Da Gesundheit nicht nur das körperliche, sondern auch das geistige und soziale Wohlbefinden meint, ist Primary Health Care interdisziplinär ausgerichtet. Daher sind ausdrücklich auch Interessierte anderer Fachrichtungen als Medizin eingeladen!

Antworten gibt es am Donnerstag, den 9.12.2010 von 16:00-19:00 Uhr im großen Hörsaal der CRONA (Ebene 04) der Schnarrenbergkliniken Tübingen bei der bvmd-GandHi-Unitour!

Der Veranstaltungsabend ist ein Teil der GandHi-Unitour. In dieser Woche finden auch in Frankfurt, Heidelberg und Freiburg Veranstaltungen zum Thema Primary Health Care statt. GandHi (Globalization and Health Initiative) ist eine Arbeitsgruppe der bvmd, die Themen rund um Global Health bekannter machen und StudentInnen die Möglichkeit geben möchte, sich mit diesen Themen auseinander zu setzen.
Die Veranstaltung wird in Tübingen von you-manity (www.you-manity.org) mitorganisiert, einem Netzwerk für alle, die sich für humanitärere Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit interessieren.

Programm:

16:00 Einführungvortrag von Andreas Wulf von der Organisation medico international über Gesundheit und Primary Health Care

Erfahrungsbericht von Verena Rossa über ihre Famulatur in einem Primary Health Care Projekt in Mexiko

Vorführung des Films Salud!. Der Film beschreibt die Situation in Kuba: Trotz geringer Ressourcen schafft es dieses arme Land, eine Gesundheitsversorgung für alle zu ermöglichen, und anderen Entwicklungsländern zu helfen, dieses Recht auf Gesundheit ebenfalls zu verwirklichen.

18:00 Das ‘Medinetz Tübingen’ wird sich vorstellen und über ihre Arbeit berichten.


6.6.2010

Bundesweiter Austausch über die medizinische Versorgung von Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus

Vom 04. – 06. Juni 2010 trafen sich rund 100 Vertreterinnen und Vertreter der MediNetze und Medibüros aus ganz Deutschland in Leipzig zum Erfahrungsaustausch.

Presseerklärung

Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus in Deutschland haben aus rechtlicher Sicht nach Asylbewerberleistungsgesetz Anspruch auf  medizinische Behandlung bei  akuten oder schmerzhaften Krankheiten. Um dieses Recht geltend machen zu können, müssen sie sich allerdings an das Sozialamt wenden. Das Sozialamt als öffentliche Behörde wiederum ist gesetzlich zu einer Weitergabe der Daten an die Ausländerbehörde verpflichtet (§87 Aufenthaltsgesetz), womit eine Abschiebung droht. Mit dieser Datenübermittlungspflicht hat Deutschland eine der restriktivsten Regelungen für die medizinische Versorgung von Illegalisierten in ganz Europa.

Die berechtigte Angst vor Abschiebung führt dazu, dass Krankheiten nicht oder zu spät erkannt werden und oft  nicht  adäquat  oder sogar gar nicht  mehr behandelt  werden können. Zu spät therapierte Erkrankungen können zu sehr kostenintensiven Notfallbehandlungen im Krankenhaus führen und schwerwiegende gesundheitliche Folgen für die Patientinnen und Patienten haben. Auch Schwangerschaften werden nicht medizinisch betreut, was zu einem hohen Risiko für das Leben von Mutter und Kind führt.

Deshalb haben sich vor 15 Jahren die ersten MediNetze und Medibüros mit dem Ziel gegründet, anonym und kostenlos medizinische Hilfe an Illegalisierte zu vermitteln. Mittlerweile gibt es über das gesamte Bundesgebiet verteilt über 20 solcher unabhängiger Netzwerke aus Freiwilligen, Ärztinnen und Ärzten und Angehörigen anderer medizinischer Berufe, die sich bemühen, wenigstens eine Minimalversorgung der Betroffenen zu gewährleisten.

Inhalt der kritischen Diskussionen auf dem Bundestreffen waren die Verbesserung des Zugangs zu gesundheitlichen  Leistungen  für  Illegalisierte,  die  Verbesserung  der  defizitären Gesundheitsversorgung von hier lebenden, nicht krankenversicherten Neu-EU-Mitgliedern, sowie die Intensivierung einer bundesweiten Vernetzung der Medibüros und MediNetze.

Eine Inanspruchnahme der Leistungen des Gesundheitswesens darf nie zur Abschiebung führen.

Seit September 2009 existiert eine Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Aufenthaltsgesetz, die die Weitergabe von personenbezogenen Daten an die Ausländerbehörden durch medizinisches Personal, aber auch durch Verwaltung und öffentliche Stellen wie das Sozialamt im Sinne des verlängerten Geheimnisschutzes verbietet. Da diese Vorschrift bisher uneinheitlich berücksichtigt wird, fordern die Medibüros und MediNetze ihre bundesweite Umsetzung.

Die Regelversorgung ist dadurch jedoch noch nicht gewährleistet. Deswegen fordern die Medibüros und MediNetze die Abschaffung des §87 Aufenthaltsgesetz auf Bundesebene,  sowie die Abschaffung  der  Einschränkung  von Gesundheitsleistungen  wie  sie  das Asylbewerberleistungsgesetz beinhaltet.

Bis zur Umsetzung dieser Forderung setzen sich Medibüros und MediNetze für die Einführung eines Anonymen Krankenscheins auf kommunaler und Länderebene ein, um faktisch das Menschenrecht auf Gesundheit in Deutschland für alle mit und ohne legalen Aufenthaltsstatus zu gewährleisten.

Büro für Medizinische Flüchtlingshilfe Berlin, MediNetz Bremen, Medizinische Flüchtlingshilfe Bochum, MediNetz Dresden, MediNetz Düsseldorf, MediNetz Erlangen, MediNetz Essen, MediNetz Freiburg, Medizinische Flüchtlingshilfe Göttingen, Medibüro Hamburg, Medizinische Flüchtlingssolidarität Hannover, MediNetz Karlsruhe, MediNetz Leipzig, MediNetz Magdeburg, MediNetz Mainz, MediNetz Münster, MediNetz Rostock, MediNetz Tübingen


24.9.2010

taz über Meldepflicht

Der Bundesrat schränkt die Meldepflicht für Irreguläre ein und erleichtert so deren Behandlung im Krankenhaus. Beim Arztbesuch droht weiterhin die Abschiebung. VON CHRISTIAN JAKOB

www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/ohne-angst-ins-krankenhaus/